MSCI Select ESG Screened

Zuletzt aktualisiert: 08.11.2021

Kurzgefasst

MSCI ESG Screened Indizes verfolgen das Ziel, die Wertentwicklung einer nach Marktkapitalisierung gewichteten Anlagestrategie abzubilden und schließt Unternehmen aus[1]:

  • Mit Verbindung zu kontroversen, zivilen und atomaren Waffen sowie Tabak haben,
  • mit Umsatzerlösen aus Kraftwerkskohle oder Ölsand-Gewinnung oder
  • die gegen die Prinzipien des Global Compacts der Vereinten Nationen (UN) verstoßen.

1. Nachhaltigkeitsansatz

Der Nachhaltigkeitsansatz von ETFs (bzw. Indizes) beschreibt, welche Regeln und Prinzipien Anwendung finden, um aus dem Elternindex eine nachhaltige Variante zu erstellen.

Die MSCI Select ESG Screened Indizes werden aktuell für sieben Aktienindizes angeboten und basieren auf neun Ausschlusskriterien. Wenn eines dieser Kriterien von Unternehmen im Elternindex (bspw. MSCI World) nicht erfüllt ist, werden diese Titel ausgeschlossen und sind deshalb in der nachhaltigen Index-Variante (bspw. MSCI World Select ESG Screened) nicht enthalten.

1.1. Ausschlusskriterien

Folgende Kriterien, Branchen bzw. Aktivitäten von Unternehmen werden für den nachhaltigen Index nicht zugelassen:

  • Alle Unternehmen, die 5 % oder mehr Umsatz (entweder gemeldet oder geschätzt) aus der Verstromung von Kraftwerkskohle erzielen.
  • Alle Unternehmen, die 5 % oder mehr Umsatz (entweder gemeldet oder geschätzt) aus dem Abbau von Kraftwerkskohle und deren Verkauf an externe
    Parteien.
  • Ausgeschlossen sind: Einnahmen aus metallurgischer Kohle; Kohle, die für die interne Stromerzeugung, unternehmensinterne Verkäufe geförderter Kraftwerkskohle und Einnahmen aus dem Kohlehandel.
  • Ausgeschlossen werden Unternehmen, die 5 % oder mehr Umsatz aus der Ölsandgewinnung erzielen oder auch wenn Umsätze aus eigenen Ölsandreserven erzielt werden.
  • Ausgenommen davon sind Unternehmen, deren Umsätze aus nicht-förderaktiväten stammen, also beispielsweise aus der Erforschung, Vermessung, Raffinerie oder Verarbeitung von Ölsandreserven. Ebenfalls nicht ausgeschlossen werden Unternehmen, die Ölsandreserven besitzen, aber keine Umsätze daraus erzielen.
  • Ausgeschlossen werden jegliche Unternehmen, die als s.g. Tabakproduzent klassifiziert sind.
  • Unternehmen, die 5 % oder mehr ihres Gesamtumsatzes aus Produktion, Vertrieb, Handel, Lieferung oder auch Lizenzierung von Tabakprodukten erzielen.
  • Unternehmen, die Hersteller von nuklearen Sprengköpfen, Raketen, Trägerplattformen und Komponenten sind oder wenn diese unterstützende Dienstleistungen anbieten, werden ausgeschlossen.
  • Unabhängig davon, ob die Produkte ausschließlich oder auch für andere Zwecke der nuklearen Rüstungsbranche verwendet werden können.
  • Alle Unternehmen, die 5 % oder mehr Umsatz aus der Herstellung von konventionellen Waffen und entsprechenden Komponenten erzielen.
  • Alle Unternehmen, die 10 % oder mehr ihres Gesamtumsatzes mit Waffensystemen, Komponenten und unterstützenden Dienstleistungen erzielen.
  • Alle als „Hersteller“ von zivilen Schusswaffen klassifizierte Unternehmen werden ausgeschlossen, dazu zählt auch die Herstellung von Munition.
  • Alle Unternehmen, die 5 % oder mehr Gesamtumsatz aus der Herstellung und dem Vertrieb (Einzel- oder Großhandel) mit den Produkten aus der zivilen Rüstungsbranche erzielen.
  • Ausgenommen davon sind hingegen Hersteller von zivilen Schusswaffen für das Militär, Regierung oder Strafverfolgung.
  • Alle Unternehmen, die gegen die Prinzipien des UN Global Compacts verstoßen, werden ausgeschlossen. Zu den 10 Prinzipien gehören Themen wie der Schutz der Menschenrechte, Einhaltung von Arbeitsnormen und Umweltbewusstsein sowie die Korruptionsprävention[2].
  • Unternehmen mit einem MSCI ESG Rating von „CCC“ werden ausgeschlossen.

Quellen